Da sich der Sommer in Tiroler wochenlang wieder von seiner bekannt-charmanten Seite gezeigt hat – also mittags schwül und nachmittags Regen mit saftigen Gewittern – haben wir unsere Koffer gepackt. Ganz nach dem Motto: „Karl-Friedrich wir reisen ab!“

Weil der vorabendliche Casino-Besuch leider nicht die so erhofften Millionen oder Tausende an Euros hervorbrachte, lies die Urlaubskasse keine exotischen Destinationen zu. Also wurde aus Koffern schließlich doch Rucksäcke und aus dem Privatjet das Auto 😉

Schnell starteten wir noch eine Umfrage im Freundes- und Familienkreis über nahe und zu uns passenden Urlaubszielen für zwei Wochen. Da wir aus diesem Repertoire eine so überwältigende Menge an „qualitativen“ Vorschlägen herauszogen, landeten wir bei der Insel Cres in Kroatien – also den Spuren meiner Eltern… Mit 30 fange ich doch noch an auf ihre Ratschläge zu hören… Tja, wer hätte das gedacht!? Meine Oldies bestimmt noch weniger als ich 😉

Roadtrip Kroatien

Das positive an Roadtrips ist ja, man kann relativ viel mitnehmen. Wobei wir das „relativ“ wieder einmal stark ausgereizt haben. Kofferraum und Rückbank waren bis zur Decke gefüllt mit dem „Allernötigsten“. Heinzis übernächtigen Geistesblitz Zelt, Isomatten und Schlafsäcke einzupacken, ist dies großteils zu verdanken. Meinen sarkastischen Blick und Kommentar, ob er nicht auch noch den Kaffee-Vollautomaten mitnehmen möchte, überhörte er während der Auto-Stopf-Prozedur. Mein optimistischer Glaube, dass überall wo wir hinkommen auch superschöne und günstige Unterkünften genau auf uns warten würden, war zu diesem Zeitpunkt auch noch krisenfest…. Ja, auch inmitten der Spitzensaison!!

Start: Innsbruck – Ziel: Brestova

Von Innsbruck gings also über Kitzbühel, den Pass Thurn und Felbertauern nach Osttirol, Verkehrstechnisch hatten wir absolutes Glück: Kein Stau – freie Fahrt! Jippieh kurze Fahrtzeit! …hätte sich ein gewisser Jemand in Osttirol nicht die Abzweigung zum Plöckenpass, wegen eines langwierig geplanten Lkw-Überholmanövers, verpasst, während ich wehmütig im Internet nach einer freien Unterkunft für die Nacht suchte. Kurz vor der Grenze zu Kärnten schaute ich aus dem Fenster und gab das Kommando zur Wende.

Nach einer einstündigen Ehrenrunde fuhren wir über den Plöckenpass nach Udine und von dort nahmen wir die Autobahn Richtung Triest-Slowenien-Kroatien mit dem Ziel Brestova, wo die Fähre nach Cres ablegt.

Kein Zimmer frei…

Spätestens bei der Grenze zu Italien hatte ich die Online-Zimmersuche aufgegeben und hoffte auf ein erfolgreiches Klinkenputzen. In Icici haben wir es bei einer nett aussehenden Pension am Strand versucht leider ohne Erfolg. Also weiter mit dem Sonnenuntergang im Nacken. Gleich nach dem Ort Lovran, ist der Strand Medveja, wo Heinz am Straßenrand das Schild zum Autocamp Medveja entdeckte. Zu seinem breiten, selbstzufriedenen Grinsen formte sich in meinem Kopf bereits der nachfolgende Satz: „Ha! Wer war so schlau und hatte noch die Outdoor-Ausrüstung eingepackt!?“ Jaja, er HATTE Recht… Touché!

Im Zelt ist kein Platz für Divas

An diesem Zeitpunkt unserer Reise war ich bereits dankbar dafür und würde es die nächsten Tage noch viel mehr werden. Wir suchten uns gleich einen ruhigen Zeltplatz, bauten alles ratzfatz auf, weil wir schon den Sonnenuntergang mit einem lauten Flüstern von Aperol-Spritz-Time hörten J Der Aperitivo schmeckt an der Südküste bei mediterranen Temperaturen mit Meerblick einfach viel besser. So gut, dass aus einem drei wurden und die Restaurants rundherum zu schließen begannen. Auweh, hungrig schlafen ist nicht mein Ding, da kann ich gleich zur Diva werden und Snickers kommt mir nicht in den Magen! Glückspilze wie wir eben sind, fanden wir doch noch ein offenes Lokal. Das Fischrestaurant „Spajza“, wo wir seit fast einem Jahr Abstinenz Fisch bzw. Muscheln aßen. Von der Not-Alternative zum Genuss pur, schließlich gab’s als süßes Top-Up für Heinz noch den besten Pfannkuchen mit Eis in „ganz“ Kroatien.

Ab auf die Insel

Die Nacht war superfein, obwohl wir schon um 7:00 Uhr morgens (nix mehr mit Heinzis Lieblingsfilmzitat: Der Vormittag ist mir fremd.) aufgestanden sind. Das hat sich aber im nachfolgenden als absoluter Vorteil erwiesen, da wir dadurch früh bei der Fähre in Brestova angekommen sind und bereits zur Mittagszeit auf der Insel Cres ankamen. Die Überfahrt hat für 2 Personen plus Auto 151 Kroatische Kuna (ca. 21 €) gekostet. Unser erstes Ziel auf der Insel haben wir während der Bootsfahrt gefunden, durch die pinke Leuchtmarkierung auf der Inselkarte – danke Papa! Leider haben wir diese danach gleich verloren – sorry Papa! Beli – nein, nur der Name erinnert an Bali – wir kommen!

Wie’s in Beli erfährt ihr im nächsten Beitrag: Beli ist nicht Bali!?

Tiroler Coconuts

Alle Beiträge sehen

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.