Die Bergtour zu den Blauen Seen hinter dem Patscherkofl stand schon lange auf unserer „Das-wollen-wir-unbedingt-machen“-Liste, gleich unter dem Fallschirmspringer-Schein und vor „auf einem Segelboot anheuern“. Da unser Budget derzeit mehr dem Status Holzklasse als First gleicht, erübrigte sich die Entscheidung von selbst 😉
Die Bergwettervorhersage sah für die nächsten Tage optimal – sprich: trocken und Unwetter-frei – aus. Naja, den Wetterberichten sollte man keinen Glauben schenken, aber dazu später mehr.

Erste Höhen und Tiefen

Also packten wir unsere Rucksacke sehr optimistisch, was unser Sherpa-Potential betrifft… Insgesamt lasteten 28 kg auf unseren vier Schultern. Warme Kleidung, Proviant für 2 volle Tage plus Equipment, 2 Kameras und Drohne sowie unsere „Not-Biwakunterkunft“, weil man weiß ja nie 😉
Mit der Patscherkoflbahn ging’s erstmal gemütlich rauf auf den Berg, von dort starteten wir entlang des Zirbenwegs zur Boscheben-Hütte. Für die Strecke hätten wir normalerweise nur 30 Minuten gebraucht, aber leider krachte unsere Drohne plötzlich ohne Grund vom Himmel und ging zu Bruch… Bei Boscheben angelangt gab’s erstmal einen Kaffee und ein interessantes Gespräch mit dem Almhirten von der Agrargemeinschaft am Patscherkofl. Unsere Drohne konnten wir bei den sehr netten jungen Leuten, die die Hütte bewirtschaften, lassen und waren dadurch rund 3 kg leichter aufbepacktelt.

4 Kilometer querfeldein

Es ging weiter über den normalen Wanderweg bis zur Gabelung von Viggarspitze und Glungezerhütte. Wir folgten dem Weg südwärts und knapp über der Baumgrenze fanden wir zum Glück noch einen abgestorbenen, getrockneten Zirbenbaum. Wir klaubten das Holz zusammen, damit wir unser Abendessen kochen und am Feuer wärmen konnten. Von dort verließen wir den Wanderweg und gingen „diritissima“ (querfeldein) Richtung Geschriebener Stein, denn die Seen liegen etwa 50 Höhenmeter darüber auf einem Plateau.
Während dessen zogen dunkle Wolken vom Norden her auf. Mittendrin hatten wir die Wahl: zum Meissner Haus runter, rauf zur Glungezerhütte oder weiter zu gehen.

Entscheidung nach Bauchgefühl

Bei allen drei Optionen hätten wir noch ca. 1 bis 1 ½ Stunden vor uns gehabt. Wir beobachteten kurz wie die Wolken ziehen und verließen uns auf unser Bauchgefühl. Die Entscheidung fiel daher weiter zum Ziel zu wandern. Der Regen streifte uns zum Glück nur ein paar Minuten, danach klarte der Himmel über uns wieder auf und die Sonne trocknete auch unsere Zuversicht, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Nach insgesamt 5 Stunden Gehzeit haben wir die traumhaften, klaren Blauen Seen am späteren Nachmittag erreicht.

4 Blaue Seen

Während wir das Plateau erkundeten, entdeckten wir 4 Seen und gaben ihnen als „Orientierungshilfe“ die Namen: Hufflatich-See, Zwillingsseen, Jungfrauen-See und Glungezer-Meer. Im Jungfrauen-See, der von allen der tiefste, blaueste und leider auch kälteste ist, legten wir ein sportliches und erfrischendes Schwimmale ein ☺
Der beste Platz um unser „Not-Lager“ aufzuschlagen entdeckten wir schnell am Zwillings-See, dort hatte schon jemand vor uns eine kleine Feuerstelle angelegt – dankeschön! Eine windgeschützte, tiefer gelegene und flache Stelle – vom Schulwissen her auch gut im Fall von Gewittern…

Vollmond wo bleibst du?

Nachdem wir unser herzhaftes Abendessen genossen hatten, machten wir noch ein kleines Lagerfeuer. 1 Tag vor Vollmond erhofften wir uns auch lässige Aufnahmen von der weiß leuchtenden Himmelsscheibe und den Sternen zu machen – denkste… Zuerst wollte er nicht hinter dem Bergkamm zum Vorschein kommen und als er sich endlich zeigte, streiften die meiste Zeit Wolken davor herum, bis es komplett schwarz wurde.
Innerhalb von ein paar Sekunden fing es zu schütten an, also verzupften wir uns ins Zelt und plauderten freudig und lachend vor uns hin.

Danke Schutzengel

Heinz saß mit dem Rücken zum See gewandt und erzählte gerade eine lustige Story von seiner Zeit in Südkorea, als ich durch das Zelt eine gelb-rot leuchtende Lichtkugel durchscheinen sah und zugleich gab es einen heftigen Donnerschlag als würde ein LKW aus hunderten Metern höhe auf Beton knallen! Ein heftiger Schrecken durchfuhr uns und wir schauten einander mit schockiert, weit aufgerissenen Augen an. Der Blitz schlug wahrscheinlich nur ein paar Meter neben uns in dem See ein. Wir holten ein paar Mal tief Luft und checkten, dass wir heil davon gekommen sind. Wenn man ein solches Erlebnis mit viel Glück hinter sich hat, weiß man was wichtig im Leben ist und welche Probleme bzw. Sorgen total sinnlos sind 😉 Wie zum Beispiel sich über die Wettervorhersage zu ärgern…

Tour voller Wunder

Das Gewitter zog schnell weiter und nach ein paar Minuten war es mucksmäuschen-still. Also schliefen wir entspannt, tief und fest. Da der Hatscher am Vortag recht anstrengend war, gingen wir den Vormittag gemütlich an. Nach einem leckeren Brunch packten wir unsere dutzenden Sachen zusammen und machten uns auf den Rückweg. Eine „wundervolle“ Tour in zweierlei Hinsicht ☺

Für unser nächstes Bergerlebnis (ohne Blitzgewitter) machten wir uns auf den Weg in die Eng: Tour mit Hottub

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