Bei dieser Bergtour trafen wir auf eine neue Art von Wanderern: Stirnrunzelnde, tuschelnde und während ihrem fragenden Blick über ihre eigenen Füße stolpernde… Wem fällt denn auch ein mit Flossen, Taucherbrille und Neoprenanzug dekorierte Rucksäcke auf den Berg zu steigen? Tja, wir! Die Sagen und Bilder vom Zireinersee oberhalb von Kramsach waren der Auslöser, warum wir diese absolut sinnvolle und nützliche Nicht-Alpinausrüstung mit hoch auf 1.799 Höhenmeter schleppten. Zusätzlich zu Kleidung und Proviant für zwei Tage kam auch noch das ganze Kameramaterial, das ergibt auf der Waage 15 kg pro Rücken. Das mit der Planung vom Notwendigen und „leichten Gepäck“ haben wir leider bis heute nicht in der Praxis kapiert. Glücklicherweise haben wir einen ausgefallenen Sherpa-Pool – sorry ich meinte Freundeskreis 😉 Ihre „tragende Rolle“ bei unseren Aktionen ist ihnen zu Beginn nicht bewusst, woraus sich die spannende Tatsache ergibt, dass jene starken Wadln uns selten öfter als einmal begleiten.

Bei dieser 2-tägigen Wanderung lockten wir unseren Freund Oli mit einem Multi-Pack an Belohnungen: Hüttenübernachtung mit Almpool, Kaspressknödl und als absolutes Highlight ein traumhafter Bergsee zur wohltuenden „Erfrischung“ für Pinguine.

Voll bepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner machen starteten wir bei der Talstation des ehemaligen Kramsacher Lifts. Den steilen Weg hinauf zu unserem ersten Stopp beim Berggasthof Sonnwendjoch schafften wir mit Pausen innerhalb von etwa 4 Stunden ohne auf die Uhr zu schauen 😉

Almpool und Panoramasauna

Froh das erste Etappenziel erreicht zu haben, erklärte uns Hüttenwirt Günther sein neues Konzept mit Crossfit-Trainingscamp, Sauna, Pool und die Holzfässer zum Schlafen. Zu diesen sensationellen Highlights bietet das Sonnwendjochhaus, das speziell auf Fitness- und Sportbegeisterte ausgelegt ist auch drei verschiedene Verpflegungskonzepte an: Paleo, Low-Carb oder die traditionelle regionale Küche. Ist man Mitglied vom Verein „Tyrolean Warriors“ kann man alles benützen, also auch die Crossfit-Geräte, den Pool und in den Fässern aus Föhrenholz schlafen. Die Mitgliedschaft pro Jahr kostet 25 € und erlischt von selbst. Im Vollpensions-Paket ist Frühstück, Mittag- und Abendessen inklusive sowie die Sauna und kostet 120 Euro pro Kopf. Ansonsten kann man auch einfach für 38 Euro in den 4-Bett-Zimmern mit Frühstück übernachten. Natürlich sind auch Tagesgäste, die sich auf der Hütte stärken wollen, herzlich willkommen.

So eine Hüttenbewirtschaftung ist in Tirol noch ein Unikum. Aufgrund der Schließung des Kramsacher Lifts brauchte es auch eine Neuausrichtung, schließlich kommen so viel weniger Gäste dorthin. Und wie es so schön heißt: „Wer wagt, der gewinnt!“ Das trifft bei Günther und seiner Gattin XXX absolut zu, denn so wissen sie bereits im Vorfeld wer wann kommt und welche Bedürfnisse und Wünsche jene haben. Das wichtigste ist dabei, dass sie sich viel Zeit für ihre Gäste nehmen können. Genau das ist was ihnen dabei so gefällt und auch wir sind begeistert von der Top-Qualität und die interessanten Gespräche mit ihnen waren uns ein absolutes Vergnügen! Auch die Bekanntschaft mit dem Hüttenhund Amy mit ihren lustigen Geräuschen: Das Schnaufen und Knurren klingt etwas sonderbar. Lasst es mich so veranschaulichen: Eine perfekte Begleitung für Menschen mit Blähungen 😉

Übrigens liegt das Sonnwendjochhaus auch direkt am Adlerweg, also kehrt dort ein oder plant dort eure Nachtunterkunft – es lohnt sich echt!

See für „zarte“ Abkühlung

Nach dem Genuss aller Hüttenfreuden, erholsamen Schlaf und stärkendem Frühstück ging’s weiter zu unserem Tourenziel: dem Zireiner See. Spätestens jetzt sollte sich für alle, die schon einmal dort waren, erklären, warum wir Neoprenanzüge dabei hatten: Die Lacke ist arschkalt! Taucherbrille und Flossen sind einem Mythos zu verdanken, der besagt, dass auf dem Grund ein Schatz liegt, der von einer See-Schlange behütet wird. Nein, den wollten wir nicht klauen! …okay, wären wir so tief gekommen trotz heftiger Schnappatmung, hätten wir es uns den verdient bei der Wassertemperatur 😀

Solidarisch zu Heinz, der zum Filmen eine halbe Stunde darin zum Eiswürfel mutierte, sprangen auch Oli und ich ohne Gummianzug hinein. Also scheiß auf die Mission, Hauptsache man ist dabei – der olympischen Gedanke zählt 😉 Obwohl ich seit kurzem Fan von folgendem Satz bin: „Ausreden ist die Suche nach Auswegen“, denk ich mir: „Hey jener Gscheide ist noch nie in diese arschkalte Lacke gesprungen!“

Auf dem runter vom Berg nahmen wir eine andere Route vorbei bei der Bayreuther Hütte und Bergalm, um Oli’s privater Kaspressknödel-Studie eine weitere Referenz hinzuzufügen.

Es war ein mega-cooles Wochenende mit so vielen sensationellen Erlebnissen! Danke an alle die wir dabei getroffen haben!

 

So wie wir mit Flossen auf den Berg steigen, wandern wir auch im Frühommer mit Snowboard auf den Patscherkofl: Powdern am Kofl im Mai!?

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